“Innere Resonanz”

Wer als Coach andere Menschen begleiten will, braucht das richtige Handwerkszeug und muss lernen die Werkzeuge richtig einzusetzen. Diese Werkzeuge in der Fachsprache „Tools“ genannt dienen dazu, dass Interventionen während eines Coachingprozesses zu ihrer vollen Wirksamkeit gelangen. Wie bei jedem anderen Werkzeug auch entfalten diese Tools nur ihre Wirkung, wenn sie in den richtigen Händen liegen und genau und zielgerichtet eingesetzt werden.
Hierbei müssen drei Systeme genau angeschaut werden: Der Coach, der Coachee und die Beziehung die beide miteinander haben.
Der Coach muss wissen ob ein Tool stimmig ist oder nicht. Nimmt er gerne dieses Werkzeug in die Hand? Ist er damit vertraut? Hat er Zuversicht in diese Form der Intervention oder benutzt er sie nur, weil sie der „letzte Schrei“ ist, bzw. weil er meint, dass der Coachee es passend findet? Es lohnt sich hier als Coach sicher immer wieder genau zu überlegen, mit welchem Tool man gut arbeiten kann. In der Regel benutzt ein Coach aus der Überfülle an Möglichkeiten nicht mehr als 20%.
Das Tool muss auch zum Coachee passen. Wenn der Coachee mit der Intervention überfordert ist, dann ist es nicht passend. Ein Tool soll den Coachee herausfordern, nicht überfordern.
Grundlage für jeden Coachingprozess ist das Arbeitsbündnis und das Vertrauensverhältnis zwischen Coach und Coachee. Jede Intervention muss dieses unterstützen und stärken und darf nicht auf Kosten der Beziehung gehen. Im Zweifel sollten also strittige Tools nicht eingesetzt werden, da ein möglicher Vertrauensverlust zu schwer wiegen würde.
Die entscheidende Prüfinstanz, ob man ein Tool einsetzen sollte und ob es mit den drei Systemen harmoniert, ist die Intuition des Coaches, die Fachliteratur nennt dies die „innere Resonanz“. Diese sollte durch Selbsterfahrung, Selbstreflexion und Supervision immer wieder geschärft werden.
Lesetipp: Hans-Georg Huber & H.Metzger, Sinnvoll erfolgreich, Hamburg: Rowohlt, 2004
Jochen Geiselhart – Dezember 2009

2009-12-09 – 14:00 .

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